Ihre Hausbauplaner und Bauberater

30.4.2014

Neues zur Energiesparverordnung (EnEV)

Ab dem 1.5.2014 die neue Energieeinsparverordnung (EnEV) in Kraft. Auf Grund von Fragen und verschiedenen Presseartikeln in den letzten Wochen die zum Teil komplette Falschaussagen beinhalten, erlaube ich mir zum Thema noch einmal einige Informationen zu geben.

Allgemeines zur Gültigkeit

Gebäude für die eine Baugenehmigung oder Bauanzeige bis zum 30.04.2014 gestellt wurde, werden nach der EnEV2009 bewertet. Gebäude für die eine Baugenehmigung oder Bauanzeige ab dem 01.05.2014 gestellt wird, werden nach der EnEV2014 bewertet. Bei Arbeiten an Bestandsgebäuden gilt der Zeitpunkt des Baubeginns.

Neubauten

Ein großer Irrtum der v.a. in der Presse rumgeht ist folgender: „Die neue EnEV verschärft ab 01.05.2014 den Energie-Standard für Gebäude.“
NEIN, erst für Neubauten mit Bauantrag oder Bauanzeige ab 01.01.2016 mindert die Verordnung den zulässigen Jahres-Primärenergiebedarf um ca. 25% und erhöht den Wärmeschutz der Gebäudehülle um ca. 20% - jeweils im Vergleich zum bisherigen Standard. Man kann sagen, dass ein jetzigen KfW-Effizienzhaus 70 dann EnEV-Standard ist.

Energieausweise

Eine große Änderung betrifft das Thema Energieausweise ab dem 01.05.2014.

  • 1. Energieausweise müssen ab dem 01.05.2014 registriert werden, d.h. jeder ab morgen ausgestellte Ausweis erhält eine eigene Registrierungsnummer. Diese werden vom Deutschen Institut für Bautechnik ausgegeben. Jeder Aussteller muss sich dort anmelden und bekommt die Nummer zugewiesen. Energieausweise ab dem 01.05.2014 ohne Registrierungsnummer sind ungültig.
  • Die Nummern werden Geld kosten. Für jede Registrierungsnummer muss der Aussteller 5,50 € bezahlen. Wird für ein Gebäude z.B. 3 mal ein Energieausweis erstellt ist auch die Gebühr 3 mal zu entrichten, da die Nummern Energieausweisbezogen sind. Ich weise in diesem Zusammenhang noch einmal darauf hin, dass der Energieausweis, lt. EnEV, für das fertiggestellte Gebäude (Neubau) auszustellen ist. Diese Formulierung gibt es bereits seit der EnEV2007.
  • In kommerziellen Immobilienanzeigen, dazu gehört auch die Homepage, muss ab dem 01.05.2014 ein Energiekennwert mit angeben werden.
    Dazu finden Sie in der Anlage eine sehr gute Publikation die eigentlich alles zu diesem Thema beinhaltet
    • 1. Beispiel: Ein Haus wurde von einem Bauträger errichtet und fertiggestellt, dann gibt es auch einen Energieausweis. Dieses Haus soll jetzt verkauft werden. Dann müssen die Pflichtangaben gemäß EnEV in die Anzeige mit aufgenommen werden.
    • 2. Beispiel: Ein Mehrfamilienhaus befindet sich im Bau und einzelne Wohnungen gehen schon in den Verkauf. Gemäß EnEV kann für dieses Gebäude noch kein Energieausweis vorliegen (noch nicht fertiggestellt). Somit ist der Verkäufer nicht verpflichtet energetische Angaben in die Anzeige aufzunehmen. Er kann dies aus einem vorläufigen Energieausweis tun, muss es aber nicht.

Klarstellung: „Wer ab 1. Mai 2014 in kommerziellen Immobilienanzeigen nicht die geforderten Energiekennwerte angibt macht sich strafbar.“
NEIN, die neue Ordnungswidrigkeit in Verbindung mit den energetischen Pflichtangaben in kommerziellen Immobilienanzeigen ist die einzige Regelung der Verordnung, die mit einem Jahr Verspätung in Kraft tritt - also ab dem 01.05.2015. Diese Verzögerung soll Verkäufern, Vermietern, Immobilienmaklern und Herausgeber von Zeitungen und Internet-Portalen erlauben sich Schritt für Schritt auf die neuen Anforderungen einzustellen.

Sollten Sie in den nächsten Tagen weitere konkrete Fragen haben stehe ich für die Beantwortung selbstverständlich zur Verfügung.

Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Dipl.-Ing. (FH) Thomas Rochel
Sachverständigen- u. Ingenieurbüro Dipl.-Ing. (FH) Thomas Rochel
Sachverständiger für energetische Gebäudeoptimierung und Energieberatung
PARTNERUNTERNEHMEN DES TEAMS UM "DIE HAUSBAUPLANER UG (HB)"

 

11.10.2013

Am 21.11.2013 wurde die EnEV im Bundesgesetzblatt veröffentlicht und somit verkündet. Sie tritt am 01.05.2014 in Kraft.

Wesentliche Inhalte der Novellierung der Energieeinsparverordnung (EnEV) gemäß Kabinettsbeschluss vom 16. Oktober 2013

Mit dem Beschluss der Bundesregierung vom 16. Oktober 2013, die vom Bundesrat geforder- ten Änderungen an der Novellierung der Energieeinsparverordnung zu übernehmen, wurde das Verordnungsgebungsverfahren erfolgreich abgeschlossen. Die novellierte EnEV tritt sechs Monate nach der Verkündung im Bundesgesetzblatt in Kraft.

Wesentliche Inhalte der Novellierung der EnEV

1. Vorgaben für das Bauen

  • Angemessene und wirtschaftlich vertretbare Anhebungen der energetischen Anfor- derungen an Neubauten ab dem 1. Januar 2016 um durchschnittlich 25 Prozent des zulässigen Jahres-Primärenergiebedarfs und um durchschnittlich 20 Prozent bei der Wärmedämmung der Gebäudehülle - dem sogenannten zulässigen Wärmedurch- gangskoeffizienten.
  • Die Anhebung der Neubauanforderungen ist ein wichtiger Zwischen-Schritt hin zum EU-Niedrigstenergiegebäudestandard, der spätestens ab 2021 gilt.
  • Ab dem Jahr 2021 müssen nach europäischen Vorgaben alle Neubauten im Nied- rigstenergiegebäudestandard errichtet werden. Für Neubauten von Behördengebäu- den gilt dies bereits ab 2019. Das sieht im Wege einer Grundpflicht das bereits ge- änderte Energieeinsparungsgesetz, das im Juli dieses Jahres bereits in Kraft getreten ist, vor. Die konkreten Vorgaben an die energetische Mindestqualität von Niedrigs- tenergiegebäuden werden rechtzeitig bis spätestens Ende 2016 – für Behördenge- bäude - bzw. Ende 2018 – für alle Neubauten - festgelegt.
  • Bei der Sanierung bestehender Gebäude ist keine Verschärfung vorgesehen. Die An- forderungen bei der Modernisierung der Außenbauteile sind hier bereits sehr an- spruchsvoll. Das hier zu erwartende Energieeinsparpotenzial wäre bei einer zusätz- lichen Verschärfung im Vergleich zur EnEV 2009 nur gering.
  • Auf Wunsch des Bundesrates wurde die Pflicht zum Austausch alter Heizkessel (Jahrgänge älter als 1985 bzw. älter als 30 Jahre) erweitert. Bisher galt diese Regelung für Kessel, die vor 1978 eingebaut wurden. Nicht betroffen sind Brennwertkessel und Niedertemperaturheizkessel, die einen besonders hohen Wirkungsgrad haben Erfasst werden demnach nur sogenannte Konstanttemperaturheizkessel. Der An- wendungsbereich der Pflicht ist also begrenzt. In der Praxis werden die Kessel oh- nehin im Durchschnitt nach 24 Jahren ausgetauscht. Außerdem sind viele selbstge- nutzte Ein- und Zweifamilienhäuser von der Pflicht ausgenommen. Hier gilt die be- reits seit der EnEV 2002 bestehende Regelung fort, nach der Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern, die am 1. Februar 2002 in diesen Häusern mindestens ei- ne Wohnung selbst genutzt haben, von der Austauschpflicht ausgenommen sind. Im Falle eines Eigentümerwechsels ist die Pflicht vom neuen Eigentümer innerhalb von zwei Jahren zu erfüllen.

2. Vorgaben für Energieausweise

  • Einführung der Pflicht zur Angabe energetischer Kennwerte in Immobilienanzeigen bei Verkauf und Vermietung: Auf Wunsch des Bundesrates ist Teil dieser Pflicht nun auch die Angabe der Energieeffizienzklasse. Diese umfasst die Klassen A+ bis H. Die Regelung betrifft allerdings nur neue Energieausweise für Wohngebäude, die nach dem Inkrafttreten der Neuregelung ausgestellt werden. Das heißt: Liegt für das zum Verkauf oder zur Vermietung anstehende Wohngebäude ein gültiger Ener- gieausweis nach bisherigem Recht, also ohne Angabe einer Energieeffizienzklasse, vor, besteht keine Pflicht zur Angabe einer Klasse in der Immobilienanzeige. Auf diese Weise können sich die Energieeffizienzklassen nach und nach am Markt etablieren.
  • Präzisierung der bestehenden Pflicht zur Vorlage des Energieausweises gegenüber potenziellen Käufern und Mietern: Bisher war vorgeschrieben, dass Energieausweise „zugänglich“ gemacht werden müssen. Nun wird präzisierend festgelegt, dass dies zum Zeitpunkt der Besichtigung des Kauf- bzw. Mietobjekts geschehen muss.
  • Darüber hinaus muss der Energieausweis nun auch an den Käufer oder neuen Mieter ausgehändigt werden (Kopie oder Original).
  • Einführung der Pflicht zum Aushang von Energieausweisen in bestimmten Gebäu- den mit starkem Publikumsverkehr, der nicht auf einer behördlichen Nutzung beruht, wenn bereits ein Energieausweis vorliegt. Davon betroffen sind z.B.: größere Läden, Hotels, Kaufhäuser, Restaurants oder Banken.
  • Erweiterung der bestehenden Pflicht der öffentlichen Hand zum Aushang von Energieausweisen in behördlich genutzten Gebäuden mit starkem Publikumsverkehr auf kleinere Gebäude (mehr als 500 qm, bzw. ab Juli 2015 mehr als 250 qm Nutzfläche mit starkem Publikumsverkehr).

3. Stärkung des Vollzugs der EnEV

  • Einführung unabhängiger Stichprobenkontrollen durch die Länder für Energieaus- weise und Berichte über die Inspektion von Klimaanlagen (gemäß EU-Vorgabe).

Dipl.-Ing. (FH) Thomas Rochel
Sachverständigen- u. Ingenieurbüro Dipl.-Ing. (FH) Thomas Rochel
Sachverständiger für energetische Gebäudeoptimierung und Energieberatung
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11.10.2013

Aktuelle Information zur Änderung der Energieeinsparverordnung (EnEV)

Am 11.10.2013 hat der Bundesrat auf seiner Sitzung über die Novellierung der Energieeinsparverordnung (EnEV) entschieden. Zur Erinnerung – Im Februar diesen Jahres hat die Bundesregierung einen Entwurf verabschiedet, der dieses Mal aber durch den Bundesrat genehmigt werden musste. Der Bundesrat stimmte diesem Entwurf aber nicht zu und verwies ihn in seine Ausschüsse. Als letzter der 3 beteiligten Ausschüsse hat Ende September der Umweltausschuss abschließend darüber beraten, so dass nun eine gemeinsame Empfehlung in den Bundesrat gebracht werden konnte. Der Bundesrat folgte nun den zahlreichen Empfehlungen und Änderungen.

Die wichtigste Änderung gegenüber dem Entwurf der Bundesregierung, der Sie vor allem im Bereich des Neubaus interessieren dürfte, ist folgender:
Keine Anhebung der Anforderungen an den Neubau in zwei Stufen (2014 und 2016 um jeweils 12,5% des Primärenergiebedarfes), sondern nur in einer Stufe ab dem 01.01.2016 um 25% des Primärenergiebedarfes.

Wie geht es jetzt weiter?
Die beschlossenen Änderungen des Bundesrates sind Maßgaben, d.h. die Bundesregierung muss sie komplett akzeptieren oder das gesamte Novellierungsverfahren für die EnEV wieder neu aufrollen. In einer der nächsten Sitzungen wird dann darüber entschieden.

Sobald es neue Informationen dazu gibt werde ich Sie informieren.
Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Dipl.-Ing. (FH) Thomas Rochel
Sachverständigen- u. Ingenieurbüro Dipl.-Ing. (FH) Thomas Rochel
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